Die WVR AG plant eine zweite Geothermieanlage und reagiert mit dem Projekt «geo2riehen» nicht nur auf das wachsende Bedürfnis der Riehener Bevölkerung nach klimafreundlicher Fernwärme, sondern auch auf die neue Basler Energiestrategie. Damit knüpft «geo2riehen» an die seit 27 Jahren erfolgreiche Förderung von Erdwärme in Riehen an. 

 

Die beiden WVR AG Aktionäre, die Gemeinde Riehen und IWB (Industrielle Werke Basel) treiben das Projekt gemeinsam voran und stehen dabei für Fachkompetenz, Innovation und Vernetzung. Zusätzlich zum Projekt «geo2riehen» will IWB die Chance nutzen, den Untergrund auch weiträumiger zu untersuchen. Dies ermöglicht es IWB zu beurteilen, ob und wie sie natürlich vorhandenes Heisswasser aus dem Untergrund künftig für den Ausbau von lokalen Wärmenetzen nutzen kann.

 

Um das mögliche Potenzial der Geothermie fundiert abklären zu können, führten WVR AG und IWB Untersuchungen des Untergrunds unter Riehen, Bettingen, grossen Teilen von Basel, den angrenzenden Baselbieter Gemeinden Birsfelden, Münchenstein und Muttenz, sowie unter Teilen der Gemeinde Grenzach-Wyhlen durch. Ziel dieser Untersuchungen ist es, die Möglichkeiten einer weiterführenden Nutzung von Erdwärme durch natürlich vorkommendes Heisswasser für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu erkunden. Die Untersuchungen werden durch das Bundesamt für Energie mit einer Subvention gefördert. Das gesamte Messgebiet ist hier ersichtlich:


Bevölkerungsanlässe und Besuchstage

WVR AG und IWB setzen bewusst auf eine transparente Information und den Dialog mit der Bevölkerung. Zwischen dem 12. und 27. Januar 2022 fanden in Riehen sowie an verschiedenen Orten im Grossraum Basel Informations- und Dialogveranstaltungen statt. Dort wurde das Vorhaben erklärt und Anliegen der gesamten Bevölkerung aufgenommen. Die Anlässe wurden von der unabhängigen Stiftung Risiko-Dialog moderiert und fanden unter Einhaltung der Vorgaben des Bundes statt. Wegen der Coronapandemie wurden auch digitale Anlässe angeboten.

Die spannende Diskussion an den bisherigen Anlässen zeigt die Unterstützung für solche Vorhaben zum Klimaschutz und eine hohe Faszination an technischen Details der Messung. Zudem fanden am 5. resp. 12. Februar 2022 Besuchstage im Riehener Sarasinpark und dem Barfüsserplatz statt.

Ihre Meinung und Anliegen?

Da ein Pionier- und Innovationsprojekt wie die Nutzung der tiefen Geothermie mit gewissen Planungsunsicherheiten verbunden ist, setzen alle Beteiligten bewusst auf ein besonders sorgfältiges etappenweises Vorgehen und auf eine frühzeitige und transparente Kommunikation und den Dialog mit der Bevölkerung. Teilen Sie uns heute schon Ihre Fragen und Anliegen mit! Wir freuen uns auf den Dialog!

 

Ansprechpartner

Matthias Meier, Geschäftsführer, Tel. +41 61 275 55 04, info@erdwaermeriehen.notexisting@nodomain.comch

 

 

Vorgehen in vier Schritten

 

1. Unterstützung und Einwilligung der Eigentümerschaft einholen (Permitting)

Im 4. Quartal 2021 kontaktierte die von der WVR AG und IWB beauftragte
Firma GEOTEST die Eigentümerschaft im Untersuchungsgebiet (siehe Karte auf letzter Seite) und bat um Unterstützung. Es ging um die notwendigen Zugangs- und Wegenutzungsrechte im Untersuchungsgebiet, v.a. um die Messgeräte zu deponieren. Dazu wurden Briefe mit Informationen sowie eine Erklärung, wie die Genehmigungen erteilt werden können, verschickt.

 

2. Vorbereitung und Auslage der Messgeräte

Ab Jahresbeginn 2022 markierte die von der WVR AG und IWB beauftragte Firma S3 die ausgewählten Messstandorte. Anschliessend platzierte sie die circa 9000 Messgeräte entlang der Markierungen. Es handelt sich dabei um etwa 10 cm grosse Messgeräte (sogenannte Geophone) mit Kunststoffdorn, welche idealerweise in einer Grünfläche eingesteckt werden. Etwa alle drei Tage kontrollieren Mitarbeitende von S3 die Geophone stichpunktartig.

 

 

3. Konkrete Messungen

Vom 3.-17. Februar 2022 wurden punktuell gezielt Schallwellen in den Untergrund geleitet. Dazu zirkulierten vier Lastwagen (sogenannte Vibro-Trucks) im Gebiet. Auf jedem Messpunkt lösen sie für einige Sekunden Vibrationen im Untergrunds aus. Diese Vibrationen sind vergleichbar mit denen, die ein durchfahrendes Tram erzeugt. Die Schallwellen werden im Untergrund reflektiert und gelangen wieder an die Oberfläche (siehe Grafik), wo sie von den ausgelegten Messgeräten erfasst werden. Diese Methode kann mit einer Ultraschallmessung verglichen werden.

 

4. Abbau und Auswertung

Nach dem Abschluss der Messungen sammelte die Firma S3 die Geophone wieder ein und baute auch das weitere Messequipment wieder ab. Danach werden die Daten ausgewertet und zu einem dreidimensionalen Bild des Untergrundes zusammengefügt. Dieser Prozess wird in der Fachsprache 3D-Seismik genannt. Diese Arbeiten werden einige Monate in Anspruch nehmen.

Störfälle

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Netzleitstelle von IWB

(24 Std./365 Tage)

Kontakt

Wärmeverbund Riehen AG

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CH-4002 Basel

T 061 275 53 00
F 061 275 59 50
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