12.05.2020 | Medienmitteilung der Gemeinde Riehen, IWB und Wärmeverbund Riehen AG

Wärmeverbund Riehen AG plant eine zweite Geothermieanlage

Um der gestiegenen Nachfrage nach klimaneutraler Energie nachzukommen, plant die Wärmeverbund Riehen AG mit dem Projekt «geo2riehen» eine zweite Geothermieanlage. Wie die finanziellen Herausforderungen der nächsten Jahre partnerschaftlich bewältigt werden können, soll in einem neuen Vertrag zwischen den beiden Aktionären Einwohnergemeinde Riehen und den Industriellen Werken Basel (IWB) geregelt werden.

 

Der Wärmeverbund Riehen versorgt seit 26 Jahren Riehener Haushalte zuverlässig mit Erdwärme. Das Herzstück des Wärmeverbunds ist die Geothermieanlage, die seit 1994 in Betrieb ist und aus einer Tiefe von über 1500 Metern 67° warmes Wasser fördert. Dieses wird im 38 Kilometer langen Fernwärmenetz genutzt und deckt heute den Wärmebedarf von rund 8500 Personen. Und die Nachfrage steigt weiterhin.

 

Die Geothermie in Riehen heute und in Zukunft: Riehen bleibt Energiestadt

Geothermie ist eine erneuerbare CO2-freie Technologie. Riehen ist einer der am besten geeigneten Standorte der Schweiz. Die Wärmeentnahme aus dem Erdinnern ist gering und der Untergrund bleibt dadurch unverändert.

 

Die aus der Geothermie gewonnene Energiemenge konnte in den letzten zehn Jahren von 10 GWh auf 23.3 GWh im Jahr 2018 mehr als verdoppelt werden. Dies entspricht ca. 2'200 Tonnen, bzw. ca. 2,6 Mio. Liter Erdöl pro Jahr. In den letzten Jahren wurden viele Neukunden angeschlossen und der Wärmebezug konnte dadurch gesteigert werden.

 

Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden und den Anteil CO2-freier Energie zu steigern, soll eine zweite Anlage «geo2riehen» gebaut und die langfristige Finanzierung neu geregelt werden. Mit der neuen Anlage sollen gemäss aktueller Planung in ein paar Jahren innerhalb des Versorgungsperimeters etwa 4000 weitere Personen versorgt werden.

 

Riehen wurde im Jahre 2004 als erste Gemeinde Europas mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnet und verfolgt weiterhin das Ziel, in diesem Bereich dank zukunftsweisender Projekte führend zu bleiben.

 

Positives Resultat der Machbarkeitsstudie

ine Machbarkeitsstudie hat 2018 ergeben, dass die Chancen für den Betrieb einer zweiten Geothermieanlage dank günstigen geologischen Voraussetzungen gutstehen. In einem nächsten Schritt soll dies mit Probebohrungen bestätigt werden. Davor wird durch eine sogenannte Messkampagne der Verlauf der unterirdischen Gesteinsschichten modelliert, um ein Bohrziel definieren zu können. Mit bereits bestehenden Bohrungen am Bachtelenweg und im Stettenfeld wurde eine günstige Wasserführung nachgewiesen. Aufgrund dieser Erfahrung geht man von einer relativ hohen Erfolgswahrscheinlichkeit aus.

 

Bevor das Projekt weiter vorangetrieben und Probebohrungen durchgeführt werden können, ist die Zusammenarbeit zwischen den Aktionären neu zu regeln.

 

Unterstützung durch den Bund

Bei dem Bundesamt für Energie (BFE) wurde im Dezember 2018 ein Förderbeitrag beantragt und im Zuge dessen das Projekt durch eine Expertengruppe des BFE geprüft. Nach Abschluss der Prüfung konnte im Januar 2020 ein Subventionsvertrag in der Höhe von 1.2 Millionen Franken für die Messkampagne unterzeichnet werden (Link zur Medienmitteilung des BFE). Für die Bohrungen wird ein weiterer Subventionsbeitrag beantragt und bis dahin wird das Projekt weiterhin durch die Expertengruppe des BFE begleitet.

 

Projektrisiken sind sehr gering

Neben der hohen Erfolgswahrscheinlichkeit, dass man warmes Wasser in günstiger Tiefe findet, müssen auch Projektrisiken beachtet werden. So weiss man nicht punktgenau, wo das Wasser liegt. Dieses Risiko minimiert man mit einer guten Messkampagne.

 

Das Risiko eines spürbaren Erdbebens wird durch die Projektverantwortlichen bei den geplanten Bohrungen als sehr gering erachtet. Bei den früheren Bohrungen sind keine Zwischenfälle aufgetreten und die geologischen Verhältnisse sind sehr ähnlich.

 

In Riehen wird wie schon bei den Bohrungen von 1988 der bereits natürlich zerbrochene, durchlässige und wasserführende Untergrund genutzt. Es werden keine neuen Brüche erzeugt, so dass keine spürbaren Beben zu erwarten sind.

 

Alle Projektrisiken werden fortlaufend beobachtet und je nach Projektentwicklung Massnahmen zur weiteren Risikominimierung ergriffen und darüber kommuniziert.

 

Neuer Energierichtplan des Kantons bedingt eine Partnerschaft auf Augenhöhe

Um die ehrgeizigen Ziele des Projekts «geo2riehen» zu erreichen, steht der Wärmeverbund Riehen AG vor sehr grossen technischen und finanziellen Herausforderungen. Das Interesse der Hausbesitzer an einem Anschluss an den Wärmeverbund wird weiterhin hoch bleiben. Die energiepolitischen Vorgaben des Bundes und des Kantons zielen alle auf die verstärkte Förderung der umweltfreundlichen Geothermie.

 

Neben der Investition für «geo2riehen» werden in den nächsten Jahren weitere Investitionen in die bestehenden Produktionsanlagen und in die Netze nötig sein. Dies vor dem Hintergrund, dass der neue Energierichtplan BS eine CO2-Reduktion («Dekarbonisierung») des Wärmesystems fordert. Dadurch stehen der WVR AG als auch die IWB vor grossen Herausforderungen, die es partnerschaftlich zu lösen gilt. In Riehen stehen Ersatz- und Neuinvestitionen für Produktionsanlagen sowie der Ausbau des Fernwärmenetzes an. Weil die Fernwärme Riehen und die Fernwärme Basel heute schon technisch verbunden sind, ist ein Gleichschalten der Interessen von grosser Bedeutung.

 

Je nach Nachfrageszenario wird der Investitionsbedarf in den kommenden Jahren auf 42 bis 49 Millionen Franken geschätzt, wobei nach Abzug der möglichen Subventionsbeiträge ca. 14 Millionen auf «geo2riehen» entfallen. Um diese Herausforderungen bewältigen zu können, haben die beiden Aktionäre  (die Gemeinde Riehen und die IWB) ihre Partnerschaft überprüft.

 

Zukünftig sollen die Aktienanteile je 50% statt heute 72.9% (Gemeinde Riehen) zu 27.1% (IWB) betragen. Die IWB sind bezüglich Energieversorgung nicht nur der wichtigste Akteur im Kanton Basel-Stadt, sondern auch ein unverzichtbarer Partner der Gemeinde im Wärmeverbund Riehen und verfügen über grosses technisches und betriebliches Know-how.

 

Die IWB übernehmen mit der Verschiebung des Aktienanteils auch entsprechend mehr finanzielle Verantwortung und Risiko.

 

Die weiteren Schritte

Der Riehener Einwohnerrat wird voraussichtlich im Juni 2020 über die Vorlage befinden. Die Bevölkerung wird voraussichtlich im Herbst 2020 im Detail über das Projekt informiert.

 

 

Ansprechpartner

Daniel Albietz, Gemeinderat Riehen, Tel. +41 61 606 30 00

Dr. Markus Balmer, Geschäftsleitung IWB, Tel. +41 61 275 52 40

Matthias Meier, Geschäftsführer Wärmeverbund Riehen AG, Tel. +41 61 275 55 04info@erdwaermeriehen.notexisting@nodomain.comch

 

 

10.01.2020 | Medienmitteilung der Wärmeverbund Riehen AG

Bund unterstützt geo2riehen mit 1,2 Millionen Franken

Der geplante Bau einer zweiten Geothermieanlage in der baselstädtischen Gemeinde Riehen erhält wichtige Unterstützung: Das Bundesamt für Energie (BFE) hat einen Erkundungsbeitrag von 1,2 Millionen Franken bewilligt. Dank dieser Bundessubvention kann die Wärmeverbund Riehen AG (WVR AG) nach Projektfreigabe durch die Aktionäre mit der detaillierten Erkundung des Untergrunds starten. Von den Resultaten dieser Feldseismik werden die weiteren Etappen des Projekts abhängen, welches die erneuerbare Energieversorgung in Riehen längerfristig sichern soll.

 

Die bestehende Geothermie-Anlage der WVR AG am Haselrain ist die grösste Anlage ihrer Art in der Schweiz – und bislang die einzige, die über ein Verteilnetz sicher und zuverlässig geothermische Wärme an Endkunden liefert. Die Anlage ging 1994 in Betrieb. Sie geniesst eine breite Akzeptanz und ist weit über die Gemeinde- und Kantonsgrenzen hinaus bekannt.

 

Unter dem Titel «geo2riehen» plant die WVR AG eine mögliche zweite Geothermie-Anlage, die in Etappen realisiert werden soll. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie konnten die Verantwortlichen mittlerweile nachweisen, dass die Grundlagen für diesen Projektschritt ausreichend vorhanden sind. In einem nächsten Schritt plant die WVR AG, die detaillierte Untersuchung des Untergrunds auszuschreiben und von externen Fachleuten durchführen zu lassen. Für diese Feldseismik hat das Bundesamt für Energie (BFE) nun einen Erkundungsbeitrag in der Höhe von maximal 1,2 Millionen Franken bewilligt.

 

Die WVR AG begrüsst diesen Beschluss und dankt dem BFE für die wichtige Unterstützung. Dank der Bundessubvention können die Projektverantwortlichen mit der Organisation der Feldseismik beginnen, sobald die WVR-Aktionäre die Phase der Projektfreigabe abgeschlossen haben.

 

Eine transparente Kommunikation sowie die Partizipation der Bevölkerung von Riehen sind den Projektverantwortlichen ein zentrales Anliegen. Die WVR AG wird deshalb weiterhin über jede Projektetappe vertieft informieren und einen Dialog mit der Bevölkerung anbieten, um deren Anliegen aufzunehmen.

 

Die 2009 gegründete WVR AG ist im Besitz der baselstädtischen Gemeinde Riehen (Aktienanteil: 73%) und des Basler Energieversorgungsunternehmens IWB (Aktienanteil: 27%). Mittlerweile versorgt die WVR AG rund 8100 Einwohnerinnen und Einwohner von Riehen mit Wärmeenergie. Die Gesamtlänge ihres Netzes, das seit 2013 mit dem Fernwärmenetz von IWB verbunden ist, beträgt über 37 Kilometer. Die WVR AG produziert insgesamt an 6 verschiedenen Standorten Wärme. Herzstück ist die Geothermie-Grundlastzentrale am Haselrain, die seit 1994 sicher in Betrieb ist und aus einer Tiefe von über 1500 Metern rund 65°C warmes Wasser fördert.

 

 

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