geo2riehen

Fragen und Antworten zum Projekt

Warum braucht es eine weitere Geothermieanlage? 

Die Nachfrage nach erdwärmeriehen, der Riehener Fernwärme, ist gross. Zudem ist es das allseitige Ziel des Kantons und der Aktionäre (Gemeinde Riehen und IWB), die CO2- Emissionen zukünftig noch weiter zu reduzieren. Um diesen Umständen gerecht zu werden, wurde aufgrund der positiven Erfahrung der bestehenden Geothermienutzung die Machbarkeit einer weiteren Anlage geprüft. Die Resultate der Machbarkeitsstudie waren positiv, weshalb nun eine Messkampagne neue Erkenntnisse über den Untergrund geben soll.

 

Warum der Name «geo2riehen»?

«geo» steht für «Geologie», griechisch für Erde. «2» steht für die zweite Geothermieanlage und «riehen» für den Standort der Anlage. Die Schreibweise lehnt sich an erdwärmeriehen, das Produkt, welches als Riehener Fernwärme verkauft wird. 

 

Besitzt die Wärmeverbund Riehen AG das Wissen für die Realisierung des Projekts? 

Alle Dienstleistungen wie beispielsweise technische oder geologische Beratungen und die Kommunikation werden durch externe Fachleute und Institutionen erbracht. Die Projektleitung liegt bei der Wärmeverbund Riehen AG, welche für die Ausschreibung und Beauftragung der Dienstleistungen verantwortlich ist. Ausserdem sorgt die Projektleitung für den Austausch zwischen der Bevölkerung, der kommunalen und kantonalen Behörden sowie dem Bundesamt für Energie. 

 

Wird die Bevölkerung in das Projekt einbezogen? Wie wird über das Projekt kommuniziert? 

Für eine erfolgreiche Projektumsetzung braucht es den Rückhalt der Politik wie auch der Bevölkerung. Diese Unterstützung ist im Gespräch mit unserer Kundschaft und innerhalb der Gemeinde spürbar. Dass dies so bleibt, ist eine transparente und offene Kommunikation wichtig. In regelmässigen Abständen wird deshalb im Format «geo2dialog» die Öffentlichkeit über den Projektstand und die weiteren Schritte informiert. Die Veranstaltungen werden durch die neutrale Stiftung Risiko-Dialog organisiert und moderiert. Dort werden auch die Anliegen und Rückmeldungen der Bevölkerung berücksichtigt und wo möglich in das Projekt aufgenommen.

 

Was ist der Unterschied vom geplanten Projekt in Riehen gegenüber anderen Geothermie-Projekten?

Es gibt verschiedene Arten von Geothermie. Die hydrothermale Geothermie, wie diese in Riehen genutzt und auch für geo2riehen vorgesehen ist, werden natürlich heisse Wasservorkommen im Untergrund in einer Tiefe bis zu 2 Kilometer angezapft und in einem Kreislauf wieder dem Erdreich zurückgeführt.

 

Bei der petrothermalen Geothermie werden durch hohen Wasserdruck Risse und Klüfte in einer Tiefe bis zu 5 Kilometer erzeugt, in welchen anschliessend Wasser gepumpt wird. So kann im Prinzip eines «Durchlauferhitzers» die Wärme aus dem Untergrund genutzt werden. Dieses Prinzip wurde in Basel angewendet und ist auch im jurassischen Haute-Sorne vorgesehen.

 

Die in Riehen angewandte Technik der hydrothermalen Geothermie verfügt über ein deutlich tieferes Risikopotenzial, da das Gestein nicht mit hohem Wasserdruck aufgebrochen wird. 

 

Wo wird der Bohrturm zu stehen kommen?

Der Standort des Bohrturms ist noch unbekannt, da das Bohrziel durch den Untergrund vorgegeben wird. Erst nach erfolgreicher Durchführung der Messkampagne kann der Verlauf der wasserführenden Schichten aufgezeigt und daraus der Standort des Bohrturms abgeleitet werden.

 

Wird es zu Lärmemissionen kommen und wie lange dauern diese?

Während der Bohrungen wird es zu Lärmemissionen kommen. Die Technik machte in den letzten Jahren grosse Fortschritte, sodass Bohrungen nicht lauter sind, als eine Baustelle des Strassenbaus. Bei der Ausschreibung werden Lärmemissions-Vorgaben an die Unternehmen gemacht, welche durch Akustikmessungen kontrolliert werden. Für die beiden Bohrungen ist mit je einer Dauer von sechs bis neun Monaten zu rechnen.

 

Was sind die Vor- und Nachteile von Geothermie?

Geothermie steht an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr innert Minuten zur Verfügung. Das Potenzial der Geothermie ist nach menschlichem Ermessen unerschöpflich. Die Erde wird durch die punktuelle Nutzung nicht kalt. Eine Geothermie-Anlage ist über eine längere Dauer nicht sichtbar (wie beispielsweise ein Windrad oder das Kamin einer Kehrichtverwertungsanlage oder einem Holzheizkraftwerk). Es findet keine Verbrennung statt und somit ist die Wärmenutzung CO2-frei. Geothermie-Anlagen benötigen keine Energierohstoffe aus dem Ausland und tragen somit zu einer unabhängigen, lokalen Energieversorgung bei.

 

Nachteile sind finanzielle Risiken bei einer Nicht-Fündigkeit von Heisswasser oder Schäden bei allfälligen stärkeren Erdbeben (vgl. Frage: «Was sind die Risiken?») 

 

Gibt es Alternativen zu Geothermie? 

Als Alternative zur Geothermie wurde ein Holzheizkraftwerk geprüft und die Vor- und Nachteile der beiden Primärenergien abgewogen. Da die Vorteile bei der Geothermie überwogen, wird prioritär Geothermie als Wärmequelle weiterverfolgt. 

 

Was sind die Risiken? 

Eingriffe in den Untergrund sind immer mit Risiken behaftet, welche jedoch mit Massnahmen bestmöglich reduziert werden können. Durch den Schweizerischen Erdbebendienst (SED) werden Aktivitäten im Untergrund sorgfältig überwacht. Sollte wider Erwarten ein Erdbeben eintreten, werden allfällige Schäden durch eine Versicherung abgedeckt.

 

Weitere Risiken aus Projektsicht sind, dass im Untergrund kein Heisswasser gefunden wird oder eine fehlende Unterstützung aus der Politik oder der Bevölkerung. 

 

Was sind die Kosten und die Dauer des Projekts? 

Die Investitionen von geo2riehen werden auf rund 20 Millionen Franken geschätzt (±25%). Vom Bundesamt für Energie wird von einer Subvention in der Höhe von 5.9 Millionen Franken ausgegangen. Das Projekt ist etappiert aufgebaut: Nach jeder Projektphase wird entschieden, ob die Voraussetzungen für eine Weiterführung gegeben sind. So kann das finanzielle Risiko minimiert werden. Das Risikokapital beträgt rund 7 Millionen Franken.

 

Als Zeitplan ist vorgesehen, im Jahr 2021 die Messkampagne und danach in den Jahren 2023 und 2024 die Bohrungen durchzuführen. Falls die Ergiebigkeit und Aufnahmefähigkeit der beiden Brunnen gegeben sind, wird der Anlagenbau realisiert, um geo2riehen im Jahr 2026 in Betrieb nehmen zu können.

 

Was sind konkret die nächsten Schritte? 

Es ist vorgesehen, dass geo2riehen im August 2020 im Einwohnerrat behandelt wird. Bei einer allfälligen Genehmigung des Projekts sollen durch eine Messkampagne der Verlauf der wasserführenden Gesteinsschichten im Erdreich aufgezeigt werden. Danach kann das Bohrziel definiert werden. 

 

Wie funktioniert die Messkampagne?

In nicht asphaltierten Bereichen (Vorgärten, Rabatten, Felder etc.) werden nach Rücksprache mit den jeweiligen Eigentümerschaften in regelmässigen Abständen Messgeräte (sogenannte Geophone) eingesteckt. Diese haben ungefähr die Grösse einer PET-Flasche. Fahrzeuge auf den Strassen erzeugen im Abstand von ca. 20 Meter einige Sekunden lang Vibrationen, um Schwingungen in den Untergrund zu senden. Die Reflektionen durch die verschiedenen Gesteinsschichten werden durch die Geophone registriert. Nach Abschluss der Messkampagne werden die Geophone ohne die Verursachung von bleibenden Schäden aus dem Erdreich entfernt. Für die «Entschlüsselung» der zahlreichen Daten dient eine bestehende Bohrung, in welchen die Tiefen der Gesteinsschichten bekannt sind und deren Reflexionsmuster abgeleitet werden kann. 

 

An wen kann ich mich bei Fragen oder Anregungen wenden?

Bei Fragen oder Anregungen zu geo2riehen steht Ihnen Matthias Meier, Geschäftsführer der Wärmeverbund Riehen AG, unter Tel. +41 61 275 55 04 oder info@erdwaermeriehen.notexisting@nodomain.comch zur Verfügung.

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